Starbucks geht auf Sparkurs
Wenn man sich die Berichte über den Sparkurs bei Starbucks durchliest, könnte man meinen, es sei Zeit für den letzten Venti-Becher und man müsste sich seinen Kaffee bald woanders kaufen. 6.700 Stellen zu streichen und 300 Filialen zu schließen, ist natürlich keine Kleinigkeit. Für einen Betreiber von Kaffeehäusern klingt das nach einem Kahlschlag.
Angesichts von 16.800 Starbucks-Filialen weltweit und einer Mitarbeiterzahl von rund 170.000 werden die wenigsten Menschen künftig auf ihren Becher Kaffee bei Starbucks verzichten müssen, weil ihnen der Weg künftig zu weit wäre.
Was in der Berichterstattung ebenfalls untergeht: Starbucks schließt nicht bloß Filialen, sondern eröffnet 2009 auch Cafés an neuen Standorten. Die Zahl der Neueröffnungen soll zwar statt 270 nur noch bei 170 liegen, doch damit würde sich die Zahl Coffeeshops nur um 130 verringern. Starbucks bleibt also eine mächtig große Kaffeekette.
Das vierte Quartal 2008 lief wegen der Wirtschaftskrise in den USA sehr enttäuschend. Der starke Gewinneinbruch geht zum Teil jedoch auf das Konto des bereits laufenden Konzernumbaus. Wenn Spiegel Online schreibt “Starbucks-Gewinne brechen um 70 % ein”, sollte man das im Hinterkopf haben. Immerhin wurde noch ein Gewinn von 64 Millionen Dollar erzielt, da gibt es eine Menge andere Firmen, die in der Krise nicht nur weniger Gewinn erzielen… Noch dazu geht der Boss Howard Schultz mit gutem Beispiel voran und kürzt sich sein Gehalt auf ein Minimum, was man so aus anderen von der Krise gebeutelten Firmen auch nicht jeden Tag hört.
So bitter die Schließungen für die betroffenen Mitarbeiter sind: Als Kunden oder Fans von Starbucks müssen wir uns keine Sorgen machen, zum Jahresende keinen Lebkuchen Latte oder Toffeenut Latte mehr in unserem Starbucks Coffee House trinken zu können. Aktuell muss ich immer wieder die Erfahrung machen, keinen Kaffee bei Starbucks zu trinken, weil es zu voll ist und alle Sitzplätze belegt sind. Manche Filiale in Berlin suche ich schon gar nicht mehr auf, weil ich mir vorher ausrechnen kann, wie voll es wieder sein wird. Zumindest in Deutschland scheint die Nachfrage noch nicht deutlich nachgelassen zu haben.
Ansonsten mache ich mir auch keine Sorgen, dass die Kaffeetrinker alle zu McCafé oder Dunkin’ Donuts abwandern, denn mit seiner Premium-Strategie erfüllt Starbucks andere Bedürfnisse als die Konkurrenz.
6 Kommentare zu “Starbucks geht auf Sparkurs”
Schreibe einen Kommentar



[...] In den USA verlieren nun einige Starbucks-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz, doch insgesamt wird der Sparkurs bei Starbucks ja oft etwas übertrieben in den Medien dargestellt. Faltblatt von Starbucks: Karriere bei [...]
[...] der eigenen Kaffeebars zu verkaufen, wäre schon ohne Wirtschaftskrise, unter der auch Starbucks leidet, sinnvoll. In der aktuellen Situation sind zusätzliche Erlösquellen für den [...]
[...] den USA ist das Filialnetz selbst nach den Schließungen noch so dicht, dass eine Mehrmarkenstrategie besonders vielversprechend erscheint. Besser als einen [...]
[...] Wirtschaftskrise, Sparmaßnahmen und Schließungen von Filialen: In manchen Coffeeshops scheint die Nachfrage nach Kaffee sogar zu steigen. Im Coffee [...]
[...] besser als je zuvor gewährleistet, allen Meldungen von Filialschließungen zum Trotz. Die Situation in den USA mit der teilweise extrem hohen Dichte an Starbucks Coffee Houses ist halt eine ganz andere. [...]
[...] Starbucks-Filialen in Deutschland bekommen, die durch SSP betrieben werden. Durch die Meldungen von Filial-Schließungen sollte man sich nicht verwirren lassen, in Europa sind Kaffeebars weiterhin eine [...]